|
Fakten für Unternehmen
Ihr Unternehmen
ein Verkehrsknotenpunkt
Effizient, rentabel und verantwortungsbewusst das sind die
guten Eigenschaften eines florierenden Unternehmens. Ein wichtiger
Faktor auf dem Weg zum Erfolg ist Mobilität, denn erfolgreiche
Unternehmen bewegen eine ganze Menge: Mitarbeiter kommen, parken
und gehen, Lieferverkehr, Geschäftsreisen und Dienstwege müssen
koordiniert und zurückgelegt werden.
Transport und Verkehr sind Begleiterscheinungen wirtschaftlicher
Aktivität und ein Zeichen unseres Wohlstands. Gleichwohl bedroht
die unkontrollierte Zunahme von Verkehr das bisher Erreichte: Sie
ist teuer und behindert wirtschaftliche Kreisläufe, beeinträchtigt
die Arbeits- und Lebensqualität und wird mancherorts sogar
zur Standortfrage. Darüber hinaus steht sie den modernen Grundsätzen
von Nachhaltigkeit und Klimaschutz entgegen. Und das sind Werte,
an denen Unternehmen zunehmend stärker gemessen werden.
Wissen Sie wie viel Verkehr Ihr Unternehmen produziert? Und in welchem
Umfang Staus und Parkplatznot die Qualität Ihres Firmenstandortes
beeinträchtigen? Vitale Unternehmen sind in aller Regel auch
belebte Verkehrsknotenpunkte. Es lohnt sich sowohl unter ökonomischen
als auch unter ökologischen Gesichtspunkten, deren Abläufe
und Rationalisierungspotenziale einmal genau unter die Lupe zu nehmen.
Es geht noch rationeller
das betriebliche Mobilitätsmanagement
Klar analysieren und systematisch verbessern - genau das tut das
betriebliche Mobilitätsmanagement: Es untersucht die Verkehrsströme
zu und von Ihrem Unternehmen und zeigt Wege auf, wie bei kleinstmöglicher
Belastung für Unternehmen, Umwelt und Nachbarschaft größtmögliche
Mobilität gewährleistet wird. So können nicht nur
unnötige Belastungen vermieden, sondern auch erhebliche Effizienzpotenziale
ausgeschöpft werden.
Seinen Ausgangspunkt hatte das betriebliche Mobilitätsmanagement
vor ca. 25 Jahren in den USA. Gravierende Verkehrsprobleme in den
Ballungsräumen machten manchen Standort zu den Stoßzeiten
fast unerreichbar. Ein Umstand, der Staat und Unternehmen zum gemeinsamen
Handeln zwang. Die Initiativen führten dort insbesondere zur
Bildung von Fahrgemeinschaften im Berufsverkehr und damit zu einer
verbesserten Auslastung der Fahrzeuge. Seit Anfang der 90er Jahre
verbreitet sich das Mobilitätsmanagement auch in Europa. Die
Niederlande beispielsweise verfolgen seit nunmehr zehn Jahren eine
konsequente Strategie im Bereich des betrieblichen Mobilitätsmanagements.
Die teilnehmenden Betriebe konnten dadurch ihre Pkw-Fahrten im Durchschnitt
um 15 bis 20 Prozent verringern. Auch in Großbritannien haben
seit 1998 eine ganze Reihe von Unternehmen so genannte Travel-Plans
aufgestellt, um ihre Verkehrsströme zu optimieren. Nach ersten
Untersuchungen konnten dadurch Fahrten in einer Größenordnung
von 18 Prozent eingespart werden.
In Deutschland führten bislang erst einzelne Unternehmen eine
systematische betriebliche Verkehrsplanung ein. Diese Vorreiter
wie BASF-Ludwigshafen und die Lufthansa in Hamburg
ziehen eine positive Bilanz ihrer bisherigen Aktivitäten. Solche
Beispiele können Schule machen, denn die Potenziale für
Einsparungen und Effizienzsteigerungen sind groß.
Ihr Vorteil
Glaubwürdigkeit und Imagegewinn
Fast jedes Unternehmen produziert bei seiner Tätigkeit neben
dem eigentlichen Geschäftszweck auch unerwünschte Nebeneffekte.
Emissionen und Verkehrsbelastungen gehören dazu. Wer sich mit
diesen Folgeerscheinungen aktiv auseinandersetzt, kann Schwachstellen
aufdecken, Kosten einsparen und seine Glaubwürdigkeit in der
Öffentlichkeit stärken.
Viele vorausschauende Unternehmen führen deshalb schon seit
einigen Jahren freiwillig Öko-Audits durch. Damit werden
sowohl intern als auch nach außen verantwortungsvolles
Handeln und unternehmerische Solidität dokumentiert. Bisher
spielte der Verkehr in Umweltbetriebsprüfungen nur eine untergeordnete
Rolle. Dies hat sich mit der im Jahre 2002 in Kraft getretenen EU-Öko-Audit-Verordnung,
EMAS-2, geändert. In dieser Zertifizierung gehören auch
Transport und Verkehr zu den zu berücksichtigenden Umweltaspekten.
Betriebe, die sich nach diesem Audit prüfen lassen, können
mit dem EMAS Logo werben und einen
spürbaren Imagegewinn erzielen. Die Erarbeitung eines betrieblichen
Verkehrsplans ist eine ideale Vorbereitung für die Zertifizierung.Ihr
Vorteil Fitte MitarbeiterWer kennt das nicht: Auto fahren
ist stressig und macht müde. Untersuchungen im Auftrag des
Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) belegen: Pkw-Pendler leiden
häufiger unter Stress-Symptomen und sind öfter krank als
die Kollegen, die mit dem Fahrrad, zu Fuß oder mit Bus und
Bahn zur Arbeit kommen. Deren physische Verfassung ist stabiler,
sie sind zu Arbeitsbeginn entspannter und damit auch konzentrierter.
Ergänzt wird diese Bilanz durch Daten der Berufsgenossenschaften
zu Wegeunfällen. Deren Auswirkungen sind weitaus schwerwiegender
als Arbeitsunfälle, und sie werden größtenteils
durch Autopendler verursacht. Für den Arbeitgeber stehen hinter
solchen Fakten beträchtliche Folgekosten für die Ausfallzeiten
durch Krankheiten und Unfälle.
Für Verhaltensänderungen fehlt oft nur der richtige Anstoß.
Denn der
allgemeine Trend zu mehr Fitness und das gestiegene Gesundheitsbewusstsein
lassen sich aufgreifen Interesse ist meistens vorhanden.
Arbeitgeberinitiativen wie Aktionstage zum Thema Gesundheit im Betrieb
können auch die Wege zur und von der Arbeit einbeziehen. Für
solche
Aktionen stehen die Berufsgenossenschaften gerne als Kooperationspartner
mit Informationen zur Verfügung. Auch Krankenkassen und Versicherungen
unterstützen oft solche Initiativen.
Ihr Vorteil
Der schlanke Fuhrpark
Dienstfahrten und Geschäftsreisen sind Bestandteil jeder unternehmerischen
Tätigkeit. Zu diesem Zweck halten sich viele Unternehmen einen
eigenen Fuhrpark. Und darin steckt ein häufig unterschätztes
Rationalisierungspotenzial: Das Management und die Pflege der Fahrzeuge
sind personalintensiv die Haltung ist teuer. Und oft ist
die eigene Flotte nur zeitweise ausgelastet.
Die Zusammenarbeit mit Autovermietungen und Car-Sharing-Organisationen
kann Geld und Aufwand ersparen. Manche Unternehmen haben ihren gesamten
Fuhrpark bereits ausgelagert und machen gute Erfahrungen mit externen
Dienstleistern. Auch bei der Beschaffung neuer Fahrzeuge gibt es
Wege sowohl Geld zu sparen als auch umweltverträglich einzukaufen.
Fahrzeuge mit Erdgasantrieb, sparsame Dieselautos mit Ruß-Partikelfilter
oder Hybridfahrzeuge senken langfristig die Kosten. Auch die Erfüllung
strenger Abgasnormen und die Ausstattung mit lärmarmen Reifen
belegen das Umweltengagement.
Ihr Vorteil
Sie schlachten das Parkschwein
Manche haben zu viele und viele haben zu wenige Parkplätze
sind für die meisten Unternehmen sowohl eine wirtschaftliche
Minusrechnung als auch ein leidiges Thema. Brachliegende Parkplatzflächen
verursachen unnötige Kosten und fehlende Parkplätze sorgen
zusätzlich noch für schlechte Stimmung bei den Mitarbeitern.
Ein Unternehmen, das zum Beispiel bei Neueinstellungen oder
Unternehmenserweiterungen zusätzliche Parkplätze
anmietet, muss tief in die Tasche greifen: Ein ebenerdiger Abstellplatz
verursacht Betriebskosten von mehreren hundert Euro im Jahr, ein
Tiefgaragen- oder Parkhausplatz sogar zwischen 600 und 1.200 Euro.
Zusätzlich könnte die unentgeltliche Bereitstellung von
Parkplätzen vom Fiskus eines Tages als geldwerter Vorteil besteuert
werden.
Es geht auch anders: Viele Arbeitnehmer können sich ihre Fahrt
zum Arbeitsplatz und zurück nach Hause längst auch ohne
Auto vorstellen. Gute Erfahrungen machen Unternehmen, die trockene
und sichere Abstellplätze für Fahrräder anbieten
oder gar ein hochwertiges Dienstfahrrad zur Verfügung stellen.
Auch ein Zuschuss zum ÖPNV-Jahresticket bei Verzicht auf die
Parkberechtigung kann einen Anreiz schaffen, das Auto stehen zu
lassen. Über solche Initiativen hinaus gibt es auch viele interessante
Konzepte für intelligentes Parkraummanagement in Betrieben.
Britische Unternehmen kommen zu dem Ergebnis, dass solche Maßnahmen
nur ein Zehntel der Parkplatzkosten verursachen.
Global denken
Die einzelnen Initiativen zum betrieblichen Mobilitätsmanagement
sind eingebettet in eine übergeordnete Vision. Es gilt
weltweit das Klima zu schützen und durch nachhaltige
Wirtschaftsweise letztendlich ein dauerhaftes und gesundes Wachstum
von Wirtschaft und Umwelt sicher zu stellen. Ziel des Mobilitätsmanagements
ist die Entwicklung und Umsetzung von Konzepten, die die Mobilität
von Gütern und Personen in unseren Gesellschaften gewährleisten.
Im Vordergrund steht dabei eine effiziente und optimierte Abwicklung
aller Transportvorgänge ein umwelt- und sozialverträglicher
Verkehr. Betriebliches Mobilitätsmanagement spielt in solch
einem Gesamtkonzept eine entscheidende Rolle und kann zu deutlichen
Verbesserungen beitragen. In Österreich wurde beispielsweise
im Rahmen eines Förderprogramms in Pilotbetrieben
eine Verringerung von bis zu 30% der Kohlendioxid-Emissionen festgestellt.
Die Maßnahmen zum betrieblichen Mobilitätsmanagement
greifen die Forderungen auf, die mit der Agenda 21 festgeschrieben
wurden. Seit dem Jahre 2002 sind sie auch Bestandteil der Öko-Audit
Verordnung der Europäischen Union.
Gemeinsam handeln
Starke Partner wie z.B. der Deutsche Städtetag, ACE (Auto Club
Europa), BGW (Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und
Wohlfahrtspflege) haben sich entschlossen, die Klima-Bündnis-Kampagne
zu unterstützen oder zu verbreiten.
Die BGW (www.bgw-online.de)
unterstützt die Kampagne Clever mobil und fit zur Arbeit.
Als eine von 35 gewerblichen Berufsgenossenschaften ist die BGW
zuständig für fünf Millionen Versicherte in 480.000
Unternehmen. Ein cleveres Mobilitätsmanagement in Betrieben
kann dazu beitragen, die beträchtlichen Folgekosten von Wege-
und Dienstwegeunfällen zu senken.
Das Internetportal www.clever-pendeln.de
des ACE, Auto Club Europa, und des Deutschen Gewerkschaftsbundes,
DGB, bietet Betrieben eine Fülle von Best-Practice-Beispielen
und Informationen sowie eine Terminübersicht zum Thema und
vermittelt Ansprech- und Kooperationspartner zu allen Bereichen
der betrieblichen Mobilität.
|